Zeitgeschehen in Frankreich und im Maghreb

Der Tod von Simone Veil löst in Frankreich immense Anteilnahme aus

Sie überlebte Auschwitz, war eine Pro-Europa-Kämpferin der ersten Stunde und erstritt für Frankreichs Frauen das Recht auf Abtreibung. Seit Jahrzehnten firmierte sie unter Frankreichs "beliebtesten Persönlichkeiten". Der Tod der 89 jährigen bürgerlichen Zentrumspolitikerin, so knapp nach dem Sieg von Emmanuel Macron, wirkt wie eine gelungene Staffelstab-Übergabe.

Kurier-Online, 30.6.2017

Macron ließ skandal-bedrohte Minister entsorgen

Die neue Staatsführung nützte die Regierungs-Neubildung nach den Parlamentswahlen, um belastete Minister loszuwerden, mehr Frauen in vordere Positionen zu hieven und neue bürgerliche Überläufer zu integrieren.

Kurier, 21.- 22.6.2017

Frohbotschaft und Probleme für Macron: Die bügerlichen Parlamentarier spalten sich in eine Macron-nahe und eine oppositionelle Fraktion. Affären belasten aber zusehend Macrons Umfeld

Über ein Drittel der bürgerlichen Abgeordneten bilden eine eigene, regierungsnahe Fraktion. Gleichzeitig mussten aber zwei bisherige Regierungsmitglieder wegen Justizerhebungen entsorgt werden, zwei weitere, darunter der Justizminister, wackeln. Außerdem steht eine Event-Firma im Visier der Justiz, die für Macron, als er noch Wirtschaftsminister der SP-Regierung war, 2016 ein großes Meeting mit Firmenchefs in Las Vegas organisiert hatte.

Kurier, 20.-21.6.2017

KURIER-LEITARTIKEL:

Macron, der "Starke Mann" der Mitte

Bei aller Liberalität bedient der neue Präsident die Sehnsucht vieler Franzosen nach Führungsstärke. Anders geht es nicht.

Kurier, 19.6.2017

Macrons junge Garde überflutet das Parlament

In der französischen Nationalversammlung steht ein gnadenloses Köpferollen bevor. Mit der Partei von Präsident Macron zieht eine Masse von Polit-Neulingen ein. Die bedrohten Altparlamentarier jammern über deren "Unerfahrenheit".

Kurier, 18.6.2017

ANALYSE:

Macron - der Anti-Weihnachtsmann

Der neue Präsident verspricht keine Wunder, ein Drittel der Wähler findet das gut, die anderen warten ab.

Kurier, 13.6.2017

Siegeszug der Partei von Macron und Rekordenthaltung

Die Präsidenten-Partei ging im ersten Durchgang der Parlamentswahlen klar in Führung und wird nächsten Sonntag weit mehr als die Absolute in der französischen Nationalversammlung erlangen. Aber über die Hälfte der Wähler blieben den Urnen fern. Die SP schien laut ersten Hochrechnungen knapp unter zehn Prozent zu stürzen.

Kurier 11.-12.6.2017

Auf dem Weg zum politischen "Urknall"

Nach dem ersten Durchgang der französischen Parlamentswahlen könnte die Partei von Präsident Emmanuel Macron am nächsten Sonntag, im zweiten Wahlgang, groß abräumen.

Kurier, 12.6.2017

Macron vor Erdrutsch-Sieg bei den Parlamentswahlen - Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Anfangserfolgen von De Gaulle

Die Bewegung des neuen Staatschefs Emmanuel Macron könnte bei den Parlamentswahlen eine Rekordzahl an Abgeordnetensitzen erringen und damit den einstigen Anfangserfolg des Republik-Gründers Charles De Gaulle übertreffen. Und wie De Gaulle dürfte Macron mit seiner überparteilichen Erneuerungsbewegung die herkömmlichen Parteien vorerst zermalmen. Ein wichtiger Unterschied: diesmal dürfte auch die Wahlenthaltung einen Rekord erklimmen.

Kurier, 11.6.2017

Macron setzte Putin mit Coolness unter Druck / Arbeitsteilung mit Angela Merkel?

Bei ihrem Treffen in Versailles trieb Präsident Emmanuel Macron seinen russischen Amtskollegen mit sachlichen Lösungsansätzen in die Enge. Macron, der unsägliche Hetzkampagnen der Kreml-treuen russischen Medien zu überstehen hatte und dessen ungeachet einen überwältigenden Sieg davontrug, kann sich jetzt gegenüber Wladimir Putin als Grand Seigneur gebärden. Dabei zeichnet sich eine Art Arbeitsteilung zwischen dem (der Form nach) verständiger auftretenden Macron und der härter agierenden Angela Merkel ab.

Kurier, 29.-30.5.2017

Neue Regierung mit rechtsliberaler Schlagseite

Ein bürgerliches Viergespann hat die Schlüsselpositionen übernommen, die aus der SP stammenden Minister sind eher Staffage. Die bürgerlichen Minister stehen für den von Macron versprochenen weiteren Sparkurs und die sofortige Liberalisierung des Arbeitsrechts, gleichzeitig schwächen sie das Lager der bürgerlichen Macron-Gegner.

Kurier, 17.-18.5.2017

Macrons Bigbang geht weiter: Überläufer aus bürgerlicher Sammelpartei zum Regiegungschef ernannt

Emmanuel Macron versucht nach der vorläufig gelungenen Zerstückelung der SP (durch ihn und den Linkstribun Melenchon) auch die konservative Partei "Les Republicains" zu sprengen. Der von ihm zum Premierminister ernannte Edouard Philippe ist ebenfalls ein Grenzgänger zwischen der moderaten Linken und dem gemäßigten Flügel des bürgerlichen Lagers. Die Beiden werden gegen den Widerstand der Gewerkschaften die weitere Reform des französischen Arbeitsrechts forsch durchziehen. 

Kurier, 16.5.2017

Macron zwischen Tradition und Entrümpelung

Emmanuel Macron legte auch bei seinem Amtsantritt einen Dauersprint zwischen Kontinuität und Tabubruch hin. Der neue Präsident will nicht als politischer Spross von Francois Hollande erscheinen und möchte jetzt vor allem bürgerliche Politiker ködern.

Kurier, 15.5.2017

Emmanuel Macron steht vor extremen Hürdenlauf

Emmanuel Macron hat zwar einen sehr breiten Sieg bei der Präsidentenwahl eingefahren, den verdankt er aber hauptsächlich dem Wunsch der Wähler, der Nationalistin Marine Le Pen den Weg zu versperren. Um nicht wieder in Machtlosigkeit zu versinken, muss er bei den Parlamentswahlen im Juni einen Folgesieg erringen. Das ist aber nur die erste, wenn auch entscheidende Hürde von insgesamt vier, die Macron nehmen muss, um Frankreichs Wirtschafts- und Sozialsystem nach seinen Vorstellungen umzukrempeln.

Kurier, 8.-9.5.2017

Der Sieg von Macron ist auch ein Rückschlag für Trump, Putin und Co. / In Frankreich muss Macron aber noch die Parlamentswahl gewinnen, um handlungsfähig zu bleiben

Der liberale Quereinsteiger Emmanuel Macron errang in der Stichwahl einen klaren Sieg und bereitete Marine Le Pen und den hinter ihr versammelten übrigen national-populistischen und autoritären Führern eine gehörige Niederlage. Laut Umfrage stimmten aber knapp über die Hälfte seiner Wähler für ihn, nur um einen Machtantritt von Marine Le Pen zu verunmöglichen und nicht aus Zustimmung zu seinen Reformplänen. Die Ablehnung seines liberal-sozialen Kurses speiste auch die sehr hohe Wahlenthaltung. Um seine Reformvorhaben umzusetzen, muss der neue Staatschef erst die kommenden Parlamentswahlen gewinnen.

Kurier, 7.-8.5.2017

Macronisten in der Zielgeraden, Le Penisten abgehängt

Während Pariser Aktivisten des Favoriten Emmanuel Macron eine letzte Werbetour einlegten, stellten sich die Anhänger von Marine Le Pen auf ihre voraussichtliche Niederlage ein. Aber in der neuartigen Bewegung von Macron, die über keine historische Verankerung verfügt, sorgen sich einige bereits über die Durchsetzungsfähigkeit des künftigen Staatschefs, der vor harten sozialpolitischen Konflikten steht.

Kurier, 7.5.2017

ANALYSE:

Frankreich rettet EU, EU rettet Frankreich

Das TV-Duell bestätigte Emmanuel Macron in seiner Favoritenrolle für die Stichwahl um den Elysée. Marine Le Pen flüchtete in brachiale Anmache, die sie letzten Endes hilflos erscheinen ließ. In der entscheidenden Frage des Euro verhedderte sie sich in ein wirres Plädoyer für eine Doppelwährung, wobei Macron mit knappen Zwischenfragen ihre Ungereimtheiten unterstrich.

Kurier, 4.-5.5.2017

Macron hat es noch nicht geschafft.
Die "Madonna der Werktätigen" hält den "vaterlandslosen Globalisierer" auf Trab

Marine Le Pen inszeniert sich als Kämpferin für die Opfer des globalen Kapitalismus und lockt die Wähler des Linkstribuns Melenchon, der sich um eine Empfehlung für die Stichwahl drückte. Ein Teil der Linkswähler wollen sich lieber enthalten, als für den liberalen Ex-Banker Macron zu stimmen. Der anfänglilch allzu triumphal und behebig auftretende Macron musste sich zuletzt wieder mehr ins Zeug legen.

Kurier, 30.4.2017

Frankreichs SP: Nach dem Höhenflug der Totalabsturz

Die SPF ist de facto bereits gespalten. Ein Teil des pragmatischen Parteiflügels, darunter SP-Minister, haben sich der Zentrumsbewegung von Emmanuel Macron angeschlossen. Der verbliebene Parteiappparat ist nach dem Fiasko des SP-Präsidentschaftskandidaten, dem Linkssozialisten Benoit Hamon, extrem geschwächt. Aber die französischen Sozialisten haben sind schon mehrfach nach Fast-Sterbe-Erlebnissen wieder auferstanden.

Kurier, 30.4.2017

Posthumes Liebesbekenntnis des Lebensgefährten des Polizisten, der auf den Champs-Elysée von einem Dschihadisten ermordet wurde

Der Lebensgefährte des getöteten Polizisten würdigt ihre Liebesgemeinschaft und das Engagement seines Partners gegen Diskriminierung und für Toleranz - bei offizieller Trauerzeremonie in der Pariser Polizeipräfektur, im Beisein der französischen Staatsspitze, hoch dekorierter Polizei-Offiziere und der beiden Präsidentschaftskandidaten, Emmanuel Macron und Marine Le Pen (deren Parteikollegen gegen die Homo-Ehe demonstriert hatten)

Kurier, 25.-26.4.2017

Die Haltung zur Globalisierung wird zum entscheidenden Kampfthema der Stichwahl

Emmanuel Macron, der den Weg zu seinem Sieg im ersten Wahlgang mit vielen Leerformeln pflasterte, muss noch Überzeugungsarbeit leisten. Seine Gegnerin in der Stichwahl, Marine Le Pen, verteufelt ihn als Verfechter der "brutalsten Globalisierung", der den Franzosen ihren "Sozialschutz" rauben möchte. Das kann einschlagen: im ersten Wahlgang hatten 55 Prozent für mehr oder weniger radikale, globalisierungskritische bis globalisierungsfeindiche Kandidaten gestimmt.

Kurier, 25.4.2017

Emmanuel Macron nahm erste Hürde, der Elan von Marine Le Pen scheint gebrochen

Der partei-unabhängige, liberale und pro-europäische Quereinsteiger Macron siegte im ersten Durchgang der Präsidentenwahlen. Sein Duell mit Marine Le Pen, die auf Platz zwei kam, kann aber noch Überraschungen bergen. Insgesamt entfielen mehr als 50 Prozent auf radikale Anti-EU-Parteien. Die Kandidaten der beiden traditionellen Großparteien schliterten ins Out.

Kurier, 24.4.2017

Der erschossene Polizist und sein Mörder

Der auf den Champs-Elysee erschossene Polizist gehörte zu einer Bewegung für die Gleichstellung der Homosexuellen innerhalb der Sicherheitskräfte /
Sein Mörder, ein chronischer Gewaltverbrecher, der sich zuletzt dem Dschihadismus zuwandte, wollte aus "Vergeltung für die Kinder Syriens" französische Polizisten töten. Muslimische Gläubige in einer Moschee, denen er sich anvertraut hatte, alarmierten die Polizei, die aber kein Beweismaterial gegen ihn fand.

Kurier, 23.4.2017

Marine Le Pen und Jean-Luc Melenchon im Spagat um die EU

Die Nationalistin will raus aus der EU, versucht aber das Reizthema, zu verklausulieren. Der Linkstribun will die Drohung mit dem EU-Austritt nur als Druckmittel gegenüber Angela Merkel verstanden wissen. Dafür erntet er Schelte von Daniel Cohn-Bendit, den jüngere Generationen in Frankreich aber kaum noch kennen. Melenchon ist es hingegen gelungen, seinen vormals altväterlich-dogmatischen Ruf gegen ein jung-rebellisches und links-ökologisches Image einzutauschen.

Kurier, 21.4.2017

Der Rasende Aufstieg von Jean-Luc Melenchon könnte zu einer Stichwahl zwischen dem Linkstribun und der Nationalistin Le Pen führen

Der Linkstribun Melenchon, der mit seinem rebellischen, linksökologischen Diskurs und seinen witzig bis höhnischen Redewendungen besticht, verzeichnet in den Umfragen, eine Woche vor dem ersten Durchgang der französischen Präsidentenwahlen, die stärkste Aufstiegsdynamik. Seine Versammlungen haben enormen Zulauf. Vorraussichtlich wird Melenchon einen Teil der noch verbliebenen Wähler des Linkssozialisten Benoit Hamon dazu gewinnen. Folglich kann ein Abschlussduell zwischen ihm und der Nationalpopulistin Marine Le Pen bei der Stichwahl nicht mehr ausgeschlossen werden.

Kurier, 18.4.2017

Der Marsch des Linkstribuns Jean-Luc Melenchon in die Stichwahl scheint unaufhaltsam

Melenchon verzeichnet laut jüngster Umfrage den deutlichsten Aufwärtstrend aller Präsidentschatskandidaten. Eine Woche vor dem ersten Wahlgang ist er auf 20 Prozent hochgeklettert. Ein beträchtlicher Teil der verbliebenen 7,5 Prozent, die sich noch zum Linkssozialisten Benoit Hamon bekennen, wird zu Melenchon überwechseln. Der liberale Quereinsteiger Emmanuel Macron dürfte der hauptsächliche Verlierer dieser Entwicklung sein. Damit zeichnet sich eine Stichwahl zwischen Melenchon und Marine Le Pen, oder zwischen Melenchon und dem ebenfalls aufholenden konservativen Francois Fillon ab.

Kurier-Online 15.4.2017

REPORTAGE:

Bussi, Bussi vor dem Fabrikstor

Zu Besuch bei den Wahlkämpfern für Marine Le Pen und Emmanuel Macron in der Kleinstadt Les Andelys

Kurier, 13.4.2017

Aus Zweikampf wird Vierkampf

Laut Umfragen haben die beiden bisherigen Favoriten des Wahlkampfs für die französischen Präsidentenwahlen - der liberale Neu-Einsteiger Macron und die Nationalistin Le Pen - ein wenig von ihrem bisherigen Vorsprung eingebüßt. Besonders aufgeholt hat der Linkstribun Melenchon. Aber auch der skandalbelastete, konservative Kandidat Fillon gilt nicht mehr als gänzlich chancenlos.

Kurier, 11.4.2017

Marine Le Pen bei TV-Debatte erstmals eingeknickt

Ein radikaler Linkskandidat trieb die Nationalistin in die Enge / Die Globalisierungs- und EU-feindliche Haltung der Mehrzahl der teilnehmenden Präsidentschaftskandidaten dürfte Marine Le Pen aber indirekt zuträglich gewesen sein.

Kurier, 5.-6.4.2017

Marine Le Pen als lachende Fünfte

Die Nationalistin profitierte bei der ersten TV-Diskussion des Wahlkampfs vom Gerangel ihrer Rivalen und den Angriffen der Linkskandidaten Benoit Hamon und Jean-Luc Melenchon auf den liberalen Umfragefavoriten Emmanuel Macron / Ihre Aversion gegen Macron könnte einen Teil der Linken im Fall einer Stichwahl zwischen Macron und Le Pen zur Enthaltung verleiten / Wegen einer ähnlichen Affäre wie im Fall des konservativen Kandidaten Francois Fillon (Scheinjobs im Parlament für Familienmitglieder) musste der SP-Innenminister Bruno Le Roux soeben zurücktreten.

Kurier, 22.3.2017

Erste Feuerprobe für bisherigen Umfrage-Favoriten Macron

Die zwischen dem Linksaußen-Tribun Melenchon und dem Linkssozialisten Hamon gespaltene alternative Linke hat vorerst kaum Chancen, mit einem Kandidaten in die Stichwahl für das Präsidentenamt zu gelangen, auch wenn sie laut Umfragen mit rund 25 Prozent quasi genauso viel Wähler wie Marine Le Pen für den ersten Wahlgang aufbringen könnte. Der liberal-soziale Zentrumskandidat Emmanuel Macron ist eintweilen Umfrage-Favorit, seine Wählerbasis ist aber noch ziemlich instabil. Die erste TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten am Montag-Abend könnte für ihn zur entscheidenden Probe werden.

Kurier, 20.3.2017 

Francois Fillon gibt sich trotz Vor-Anklage-Verfahren ungerührt

Der konservative Präsidentschafts-Kandidat will das gegen ihn soeben eingeleitete Vor-Anklage-Verfahren bis zu den Wahlen übertauchen. Er setzt dabei auf sein Plädoyer für einen harten Sparkurs und die bevorstehenden ersten TV-Debatten mit den übrigen Kandidaten.

Kurier, 14.-15.3.2017

Reportage aus dem Präsidentschafts-Wahlkampf

"Wie in der französischen Revolution"

Gespräche in der französischen Kleinstadt Fontainebleau mit Aktivisten von Marine Le Pen und Emmanuel Macron. Die Nationalistin und der partei-unabhängige Zentrumskandidat gelten zumindest laut derzeitigen Umfragen als die beiden Favoriten für die französischen Präsidentenwahlen in zwei Durchgängen, Ende April und Anfang Mai.

Kurier, 11.3.2017

Bürgerlicher Skandal-Kandidat bleibt

Alle Bemühungen, Francois Fillon abzulösen, sind endgültig gescheitert. Nach der Absage von Alain Juppé als Ersatzkandidat stellte sich die  Führung der "Republikaner" einstimmig hinter Fillon.

Kurier, 6.-7.3.2017

Skandal-Kandidat Fillon lässt sich - noch immer nicht - nicht entsorgen

Bei einer Kundgebung vor 50.000 Anhängern in Paris drehte Francois Fillon den Spieß um und forderte die Parteiführer, die ihn ablösen wollen, dazu auf, "ihr eigenes Gewissen zu prüfen." Die bürgerlichen "Republikaner" stehen vor einem schier unlösbaren Dilemma.

Kurier, 5.-6.3.2017

Bürgerliche ringen um fliegende Ablöse von Francois Fillon als Präsidentschaftskandidat

Immer mehr bürgerliche Politiker beknieen ihren skandalbelasteten Kandidaten Francois Fillon, sich aus dem Rennen für die Präsidentenwahlen zurückzuziehen. Der politisch liberaler orientierte Alain Juppé ist inzwischen auch bereit, als Ersatzkandidat einzuspringen. Umfragen räumen Juppé im Fall seiner Kandidatur sogar Siegeschancen ein. Aber derartige Prognosen gab es auch bei den bürgerlichen Vorwahlen im November, bei denen schließlich der konservative Hardliner Fillon siegte.

Kurier, 4.3.2017

Francois Fillon und Marine Le Pen trotzen der Justiz

Der konservative Kandidat, dem ein Anklaverfahren durch U-Richter bevorsteht, klagt über einen an ihm begangenen "politischen Mord" durch die sozialistische Staatsführung. Die Nationalistin droht Richtern und Polizisten, die gegen sie ermitteln, mit Vergeltung für den Fall ihrer Machtübernahme.

Kurier, 2.3.2017

Trotz Affären holt Marine Le Pen weiter auf

Die offen gelegten Betrügereien der Nationalistin im EU-Parlament gleiten an ihr ab. In jüngsten Umfragen konnte sie ihre Favoritenposition für den ersten Durchgang der Präsidentenwahlen noch ausbauen.

Kurier, 24.2.2017

Vorortejugend im gefährlichen Dauerclinch mit der Polizei

Beherzte Vermittlungs-Initiativen von Müttern zwischen Jugendlichen und Behörden haben dazu beigetragen, die jüngsten Unruhen im Pariser Vororte-Gürtel zu begrenzen. Die Ausschreitungen waren die Folge einer schweren Misshandlung eines 21-Jährigen bei einer Polizei-Kontrolle: er wurde mit einem Schlagstock im Afterbereich aufgespießt, also vergewaltigt. Einstweilen ist prekäre Ruhe eingekehrt, das latente Kräftemessen zwischen Polizei und Jugendlichen, von denen ein Teil im Drogendeal ihr Auslangen findet, hält aber an.

Kurier, 22.-23.2.2017

KURIER-LEITARTIKEL:

Noch immer kein Hoffnungsträger

76 Tage vor der Präsidentenwahl sucht Frankreich den passenden Gegenspieler zu Marine Le Pen

Kurier, 6.2.2017

Marine Le Pen wildert in linken Gehegen

Die Nationalistin wirbt mit Anti-EU-Kurs, Wirtschafts-Protektionismus und Abschottung gegen Migranten. Ihr staatslastiges Programm enthällt eine gewisse Schnittmenge mit Vorschlägen der Linkskandidaten. Das könnte ihr bei der Stichwahl gegenüber einem liberalen oder konservativen Kandidaten nützen.

Kurier, 6.2.2017

Der Linksruck bei den SPF-Vorwahlen könnte dem aufsteigenden Zentrumspolitiker Macron nützen

Der Linkssozialist Benoit Hamon wird voraussichtlich im zweiten Durchgang der SP-Vorwahlen am kommenden Sonntag zum Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialisten gekürt werden. Für den pragmatisch ausgerichteten Teil der SP-Politiker und der SP-Wähler wäre das möglicherweise der Anlass, um sich dem in Umfragen aufsteigenden liberal-sozialen Jungpolitiker Emmanuel Macron anzuschließen.

Kurier, 24.1.2017

Linkssozialist Benoit Hamon bei SP-Vorwahlen in Führung

Der erste Durchgang der sozialistischen Vorwahlen für die Nominierung des SP-Präsidentschaftskandidaten erbrachte einen Sieg des linksökologischen Parteiflügels und eine Abfuhr für den sozialliberalen Regierungskurs von Manuel Valls und Präsident Hollande. Auch bei der Stichwahl nächsten Sonntag scheint der Sieg von Hamon über Valls vorprogrammiert. Der pragmatisch ausgerichtete Teil der SP-Politiker und SP-Wähler könnte daraufhin zum liberalen Reformkandidaten Emmanuel Macron überwechseln.

Kurier-Online 19.1.2017

Emmanuel Macron könnte Marine Le Pen oder Francois Fillon übertrumpfen

Der aus der SP-Regierung abgesprungene, vormalige Finanzminister und nunmehr parteilose, liberal-soziale Reformer setzt zumindest derzeit alle übrigen Präsidentschaftskandidaten unter Strom. Seine Versammlungen verzeichnen Rekordzulauf. Umfragen räumen ihm erstmals Chancen ein, in die Stichwahl für das Präisdentenamt zu gelangen - an Stelle der Nationalistin Marine Le Pen oder des konservativen Hardliners Francois Fillon. Die SP, die an diesem und dem darauf folgenden Sonntag bei Vorwahlen ihren Kandidaten küren wird, scheint vom Vormarsch von Macron überrumpelt. Trotzdem könnte der Stern von Macron, der bisher heikle Fragen umschiffte, auch schnell wieder erlöschen.

Kurier, 20.1.2017

Hürdenlauf in den Elysée-Palast

In vier Monaten findet der erste Durchgang der französischen Präsidentenwahlen statt. Die Nationalistin Le Pen hat Chancen, in die Stichwahl zu gelangen. Laut aktuellen Umfragestand dürften sich die - vermutlich - zwei bis drei relevanten Kandidaten, die aus der Linken stammen, gegenseitig allzu sehr schwächen. Daher wird vielfach mit einem Abschluss-Duell zwischen dem konservativen Hardliner Francois Fillon und Marine Le Pen gerechnet. Aber niemand traut mehr blindlings derartigen Prognosen der Meinungsforscher und Politstrategen.

Kurier, 8.1.2017

Präsident Hollande begnadigte die Mörderin eines gewalttätigen Gatten

Jacqueline Sauvage erschoss nach 47 Jahren Ehe ihren Mann, der sie misshandelte und ihre drei Töchter sexuell missbraucht hatte. Sie wurde zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe in erster und zweiter Instanz verurteilt, eine breite Bewegung kämpfte aber für sie. Nach vier Jahren Haft wurde sie jetzt von Francois Hollande begnadigt - gegen den starrköpfigen Widerstand eines Teils der Richterschaft.

Kurier, 29.-30.12.2016

Paris lässt Franko-Dschihadisten in Syrien gezielt töten

Das Pariser Blatt "Libération" enthüllte, dass bei Luftangriffen auf die Stützpunkte des "Islamischen Staats" in Syrien namentlich gesuchte Dschihadisten aus Frankreich im Visier stehen. Der Bericht von "Libération" könnte auch als Antwort auf die Kritik der Rechten am Anti-Terror-Kurs von Präsident Hollande gedacht sein.

Kurier, 29.12.2016

Schneidig aber ohne Charisma

Manuel Valls tritt als Premierminister zurück und zieht ins Rennen um die sozialistische Präsidentschaftskandidatur - mit mäßigen Erfolgsaussichten.

Kurier, 5./6.12.2016

Vergeblicher Opfergang von Francois Hollande

Auch nach dem - logischen - Verzicht des unpopulären sozialistischen Staatspräsidenten auf eine neuerliche Kandidatur bleibt die Linke zwischen rivalisierenden Persönlichkeiten und gegensätzlichen Strömungen hoffnungslos gespalten - und daher voraussichtlich unfähig, einen Kandidaten in die Stichwahl für das französische Präsidentenamt im Mai 2017 zu entsenden.

Kurier, 3.12.2016

Voraussichtliches Duell zwischen Francois Fillon und Marine Le Pen

Für die abschließende Stichwahl um das französische Präsidentenamt im Mai 2017 zeichnet sich einstweilen ein Duell zwischen dem konservativen Hardliner Francois Fillon und der Nationalistin Marine Le Pen ab. Die Linke scheint vorerst chancenlos: die SP-Staatsspitze wird vom Zusammenprall zwischen Präsident Hollande und Premierminister Valls zerrissen. Dazu kommt eine abstruse Häufung weiterer, rivalisierender Linkskandidaturen.

Kurier, 29.11.2016

Bügerliche kürten konservativen Hardliner

Bei den Vorwahlen der Mitterechts-Kräfte siegte Francois Fillon mit einem besonders drastischen Sparprogramm, Angriffen auf die staatliche Krankenversicherung und Sympathie-Signalen gegenüber der reaktionär-katholischen Bewegung gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.

Kurier, 27.-28.11.2016

Francois Fillon auf dem Durchmarsch

Der neue Hoffnungsträger der strammsten Konservativen Frankreichs, Francois Fillon, dürfte sich im zweiten Durchgang der bürgerlichen Vorwahlen, diesen Sonntag, gegenüber dem moderater und offener auftretenden Alain Juppé durchsetzen.

Kurier, 26.11.2016

Francois Fillon: vom Gehabe her ein Anti-Populist

Der eindeutige Sieger des ersten Durchgangs der bürgerlichen Vorwahlen, Francois Fillon, ist ein sehr nüchtern wirkender und extrem bedächtig auftretender Politiker - ein krasser Gegensatz zum aggressiven und von Affären schwer belasteten Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, der eine demütigende Niederlage erlitt. Aber Fillons extreme Sparpläne, sofern er an ihnen festhält, könnten ihm in der vorraussichtlichen Stichwahl gegenüber Marine Le Pen im Mai 2017 schwächen.

Kurier, 21. - 22.11.2016

Innerbürgerlicher Dreikampf entscheidet über den Kandidaten der Mitterechts-Kräfte und voraussichtlichen Sieger der Präsidentenwahlen 2017 - oder auch nicht

Bei den bürgerlichen Vorwahlen ringen Alain Juppé, Nicolas Sarkozy und Francois Fillon um die Präsidentschaftskandidatur der Mitterechts-Parteien. Dem Sieger wurde noch bis vor kurzem vorausgesagt, er werde damit auch gleich der nächste Staatschef, weil es kein Kandidat der Linken in die Stichwahl um das Präsidentenamt schaffen würde, und weil Marine Le Pen (die laut jetzigem Stand sicher in die Stichwahl gelangen würde) keine Stimmenmehrheit zustande brächte - eine inzwischen nicht mehr so selbstverständliche Prognose.

Kurier, 19.11.2016

Die älteste Pariserin ist eine Wiener Jüdin

Ilse Weiszfeld beging soeben ihren 112.Geburtstag. Die gebürtige Wienerin zog 1932 mit ihrem Mann Fritz nach Paris. Das jüdische Ehepaar und ihre rechtzeitig aus Wien nachgeholte Familie überlebte die Nazi-Besetzung versteckt nahe Lyon und in den Alpen. In Paris schuf das Paar einen Textil-Erzeugungsbetrieb, der mit ausgeklügelten Herstellungsmethoden und bahnbrechend neuen Modellen Furrore machte.

Kurier, 30.10.2016

Die nächtlichen Wutmärsche der Polizisten dehnen sich aus

Die wachsende Bedrohung bei Einsätzen in sozialen Brennpunkt-Zonen, Materialmangel und Personalnotstand treiben immer mehr Beamte auf die Barrikaden. Ihre Forderungen sind vorerst aber unklar. Einige wollen vor allem mehr Posten, bessere Ausrüstung und kritisieren die inflationären Zahlenvorgaben durch Vorgesetzte bei Festnahmen. Nicht wenige aber fordern auch eine Lockerung der Notwehrbestimmungen und eine Verschärfung des Jugendstrafvollzugs.

Kurier, 22.10.2016

Meuterei der Vorstadt-Polizisten

Nächtliche Wutmärsche von Polizisten in Paris und mehreren französischen Provinzstädten / Die Beamten stehen wegen immer brachialeren Angriffen durch Jugendliche und Halbwüchsige in sozialen Brennpunkt-Vierteln im Dauerstress. Sie fühlen sich von Politikern und Vorgesetzten im Stich gelassen und klagen über personelle Überlastung, Materialmangel und die - ihrer Meinung nach - unzureichende Reaktion der Justiz auf die Aktionen junger Gewalttäter.

Kurier-Online, 20.10.2016

Francois Hollande auf politischem Selbstzerstörungstrip? 

Ein neues Buch veröffentlicht Gespräche zweier "Le Monde"-Journalisten mit Hollande, in denen er die französische Justiz schmäht und eigene Entscheidungen desavouiert. Im Kreis seiner letzten Gefolgsleute herrscht Ratlosigkeit. Der angeschlagene SP-Staatschef dürfte am Sinn seiner neuerlichen Kandidatur bei den Präsidentenwahlen 2017 zweifeln und die eigene bereits angelaufene De-facto-Kampagne gewissermaßen zu sabotieren versuchen.

Kurier, 14./15.10.2017

Der bürgerliche Altpolitiker Alain Juppé wird bereits als Frankreichs künftiger Staatschef gehandelt - vorerst

Die derzeit geläufigste Annahme: Marine Le Pen kommt bei den Präsidentenwahlen 2017 in die Stichwahl, aber kein Kandidat der Linken. Die internen Vorwahlen des Mitterechts-Lagers Ende November entscheiden über den Gegenspieler von Le Pen. Um eine finale Stichwahl zwischen ihr und Nicolas Sarkozy zu vermeiden, wollen sich Linke an den bürgerlichen Vorwahlen beteiligen, um Alain Juppé (an Stelle des rechtslastigen Sarkozy) zum Sieg zu verhelfen.

Kurier, 13/14.10.2016

Brandanschlag auf Polizisten in Pariser Vorstadt: "Sie wollten uns umbringen"

Vermummte - vermutlich Drogendealer - aus einer Sozialbau-Siedlung versuchten Polizisten in ihren Streifenwagen zu verbrennen. Ein Beamter ringt mit dem Tod / Polizeigewerkschafter fordern eine "neue Auslegung" des Rechts auf Notwehr, Menschenrechts-Organisationen warnen vor einer Häufung der Polizei-Übergriffe / SP-Premier Valls verspricht gepanzerte Polizei-Autos und Brandschutzwesten für den Einsatz in Brennpunkt-Vierteln.

Kurier, 11. / 12. 10.2016

Francois Hollande will mit weiblicher Garde um seine Wiederwahl kämpfen

In der Schlacht um ein zweites Präsidentschaftsmandat setzt der schwer angeschlagene sozialistische Staatschef auf eine Riege von Power-Frauen aus der Regierung. Seine Ex-Lebensgefährtin, Umweltministerin Ségolène Royal, übt deswegen an seiner Seite wieder eine Schlüsselrolle aus. Seine aktuelle Partnerin, die Schauspielerin Julie Gayet, will sich aber nicht unbedingt mit einer Nebenrolle begnügen.

Kurier, 18.9.2016

Dauerbedrohung gegen Chinesen in Pariser Brennpunktvierteln

Einwanderer aus Südostasien werden laufend von kriminellen Jugendlichen in Migrantenvierteln überfallen. Nach dem Tod eines chinesischen Schneiders in einem Vorort demonstrierten zehntausende Franko-Chinesen mit dem Ruf: "Keine Brüderlichkeit ohne Sicherheit". Junge asiatisch-stämmige Politiker sehen die selben Vorurteile wie gegen die Juden am Werk und erinnern an die Ermordung von Ilan Halimi. Viele Chinesen sind auch in die jüdischen Fußstapfen in den selben volkstümlichen Wohngegenden und in der "Schmattes-Branche" getreten.

Hagalil, 6.9.2016

Frankreichs Muslime im Umgang mit dschihadistischen Schwerverbrechern

Nach dem Massaker von Nizza und der Ermordung eines katholischen Priesters rufen Wortführer der muslimischen Gemeinden und muslimische Intellektuelle mehr denn je zum Kampf gegen die Dschihadisten auf. Aber an der muslimischen Basis ist stellenweise Ambivalenz spürbar, während doktrinäre Eiferer viele Jugendliche in ihren Bann ziehen.

Hagalil, August 2016

Dschihadistischer Priester-Mörder war für seine Familie und Freunde "unerreichbar"

Eltern, Geschwister und befreundete Nachbarn versuchten Adil K. vergeblich von seiner dschihadistischen Obsession abzubringen / Nach dem Mord in der Kirche erscheint das Bild der Muslime in Frankreich mehr denn je gespalten zwischen Normalbürgern und bedrohlichen religiösen Eiferern, die dem dschihadistischen Terror Vorschub leisten.

Kurier, 27.-28.7.2016

Schüsse auf Gendarmen in Kleinstadt nördlich von Paris

Schwere Unruhen nach Tod eines 24-Jährigen mutmaßlichen Gewalttäter im Zuge einer Festnahme / Schule und Kommissariate in Flammen / Sondereinheiten der Gendarmerie riegelten Sozialbau-Siedlung ab.

Kurier, 20./21.7.2016

Terror und Sexualität

Der Attentäter von Nizza war vielseitig sexuell aktiv - in einer Weise, die den religiösen Vorgaben der Fanatiker des "Islamischen Staats" diametral zuwiderläuft. Aber diese extrem Spannung zwischen persönlicher Neigung und Tabu beflügelt den (Selbst-)Vernichtungstrieb so mancher Dschihadisten.

Kurier, 19.7.2016

Präsident Hollande will Revanchelust abfangen und kanalisieren

Der sozialistische Staatschef setzt auf die Rekrutierungskampagne für eine Freiwilligentruppe, um dem Gefühl der Hilflosigkeit angesichts des dschihadistischen Terrors zu begegnen und das anschwellende Ressentiment gegen die Muslime abzufangen.

Kurier, 18.7.2016